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Strompreise


Jeder 2 Stromkunde hat in den letzten Wochen Post von seinem Versorger bekommen, in der wieder eine Erhöhung des Strompreises angekündigt wird. Begründet wir dies meist mit höheren Kosten und Abgaben. Tatsächlich sind diese Strompreiserhöhungen aber stark umstritten. Die neuerliche Erhöhung ist nicht gerechtfertigt, wie auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth betont. Die Stromanbieter würden den Anstieg der EEG-Umlage nr als Vorwand benutzen, um Strompreiserhöhungen durchzusetzen. Höheren staatlichen Abgaben stünden sinkende Großhandelspreise durch die stärkere Vermarktung der Erneuerbaren Energien an der Strombörse gegenüber. Durch die Strompreiserhöhungen für private Verbraucher werden steuerliche Belastungen abgewälzt. Die Erleichterungen durch gesunkene Einkaufspreise werden jedoch kaum weitergegeben. Der Bezugspreis der Stromanbieter sank von Oktober 2008 bis Oktober 2010 von 163,8 auf 130,5 Punkte1, wärend die Endkundenpreise von Oktober 2008 bis im Oktober 2010 von 851 Euro auf waren 923 Euro stieg berechet für einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 kWh².


Es ist unredlich, lediglich die Kostensteigerung des EEG an die Verbraucher weiterzureichen und die Kostensenkungen beim Stromeinkauf stillschweigend als Zusatzgewinn einzustreichen. Die Gewinne der drei größten Stromkonzerne sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen: von sechs Milliarden Euro jährlich im Jahr 2002 auf über 23 Milliarden jährlich im Jahr 2009. Auch die regionalen Stadtwerke machen in der Regel hohe Gewinne, so sank zum Beispiel der Umsatz der Stadtwerke Troisdorf im Krisenjahr 2009 um fast 2,5 Millionen Euro, der Gewinn stieg trotzdem um fast 1,5 Millionen Euro auf ingesamt 7.473.610,78 Euro das entpricht gut 100,- Euro pro Einwohner. Statt als kommunales Unternehmen jedoch die Gewinne für Preissenkungen zugunsten der Bürger zu nutzen, erhöhen die Stadtwerke Troisdorf zum 01.01.2011 erneut die Strompreise mit der gleichen fadenscheinigen Begründung wie die großen Konzerne.


Dazu der Bund der Energieverbraucher: "Die Stromriesen bereichern sich seit drei Jahren jährlich ungerechtfertigt um sechs Milliarden Euro. Das hat der Bund der Energieverbraucher bei einer Analyse der Strompreisentwicklung der vergangenen drei Jahre herausgefunden. Danach haben sich die Strompreise für Haushalte durchschnittlich zwischen 2006 und 2009 um 3,75 Cent je Kilowattstunde erhöht: von 19,5 auf 23,2 Cent je Kilowattstunde. Im gleichen Zeitraum sind die Netzentgelte um 1,5 Cent je Kilowattstunden gesunken. Zieht man die Steuern, Abgaben und Netzentgelte vom Strompreis ab, dann haben sich in nur drei Jahren die Kosten für Erzeugung und Vertrieb um über vier Cent je Kilowattstunde erhöht. Gleichzeitig sanken die Spotmarktpreise an der Strombörse in diesem Zeitraum jedoch um 1,2 Cent je Kilowattstunde.³


Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox rät: „Die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher steigen jedes Jahr, auch wenn die Großhandelspreise sinken. Daher raten wir den Verbrauchern, die Preise zu vergleichen und zu einem Stromanbieter zu wechseln, der günstige Beschaffungskosten auch weitergibt“.


Im Durchschnitt stieg der deutsche Strompreis bisher jährlich um ca. 3% seit 2000. Wobei gerade die letzten Jahre Preissteigerungen von bis zu 10% pro Jahr keine Seltenheit waren. Zum 1. Januar 2011 haben insgesamt 413 Stromanbieter erneut Preiserhöhungen um durchschnittlich 7,1 Prozent angekündigt.


Zeigen Sie den Stromversorgern die sich auf Kosten der Verbraucher unverhältnißmäßig bereichern die rote Karte! Vergleichen Sie die Strompreise und wechseln Sie baldmöglichst zu einem Stromanbieter der sich an diesem Raubzug an den Verbrauchern weniger beteiligt. Nur durch verstärkten Wettbewerb und aufmerksame mündige und informierte Verbraucher kann dieser Selbstbedienungsmentalität vieler Stromanbieter etwas entgegengesetzt werden.

1 Quelle: Erzeugerpreisindex Statistisches Bundesamt

² Quelle: Verivox-Verbraucherpreisindex Strom

² Quelle: Bund der Energieverbraucher