Kraftwerk Voerde 1 Strommast2 Steckdose

Die größten Stromkonzerne in Deutschland


Gerade erst wurde die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen und schon folgt eine thematisch passende Untersuchung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Die Studie hat ergeben, dass die großen Stromkonzerne auf dem deutschen Strommarkt im letzten Jahr enorme Gewinne realisieren konnten – und dies in Zeiten der Krise. Die drei größten Energiekonzerne E.ON, RWE und EnBW erwirtschafteten laut der Studie insgesamt mehr als 23 Milliarden Euro an Gewinnen. Die Gewinne der drei großen Anbieter haben sich somit auf dem Strommarkt insgesamt mehr als vervierfacht und betragen in der Summe – seit dem Jahr 2002 – über 100 Milliarden Euro. Die geplante Laufzeitverlängerung der AKWs spült den Protagonisten darüber hinaus in den nächsten Jahren weitere 70 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen in die bereits gefüllten Kassen.

In Deutschland kann man die Energieversorgungsunternehmen unterteilen in:

Im Entwurf zur Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Energieversorgungsunternehmen nach § 3 Satz 1 Nr 18 „natürliche oder juristische Personen, die andere mit Energie versorgen, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen“. Sie übernehmen also Aufgaben der Erzeugung, der Verteilung und des Vertriebs.


Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen sind nach der Legaldefinition des § 3 Nr. 38 EnWG solche Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen, die im Elektrizitätsbereich mindestens eine der Funktionen Übertragung oder Verteilung und mindestens eine der Funktionen Erzeugung oder Vertrieb wahrnehmen; entsprechend liegt im Gasbereich ein vertikal integriertes EVU vor, wenn das Unternehmen oder die Gruppe mindestens eine der Funktion Fernleitung, Verteilung, Betrieb einer Flüssigerdgas-Anlage oder Speicherung und gleichzeitig eine der Funktionen Gewinnung oder Vertrieb von Erdgas wahrnimmt. Das bedeutet: Der Netzbetrieb muss rechtlich, operationell, informationell und buchhalterisch unabhängig von anderen Tätigkeiten im Bereich der Energieversorgung organisiert werden.


In Deutschland gibt es 957 Stromversorgungsunternehmen (Stand Januar 2010). Die fünf größten Energieversorgungsunternehmen gemessen am Umsatz sind:

  1. E.ON
    Die E.ON AG ist der größte nichtstaatliche Energiekonzern der Welt mit Sitz in Düsseldorf, der hauptsächlich im europäischen Gas- und Elektrizitätsgeschäft tätig ist. Die E.ON AG ist 1999 aus der Fusion der Energiekonzerne VEBA und VIAG entstanden. Eine ihrer Töchter, die E.ON Energie AG, entstand dabei aus der PreussenElektra und der Bayernwerk AG. Im Jahr 2003 übernahm E.ON die Ruhrgas AG mit Sitz in Essen, dem mit einem Marktanteil von etwa 60 Prozent größten deutschen Gasversorgungskonzern.
    Kennzahlen 2009 2008 +/- in %
    Stromabsatz 815,90 Mrd. 597,40 Mrd. kWh +37
    Gasabsatz 1.217,70 Mrd. kWh 1.208,60 Mrd. kWh +1
    Umsatz 82,82 Mrd. Euro 86,75 Mrd. Euro -6
    EBITDA 13,53 Mrd. Euro 13,39 Mrd. Euro +1
    EBIT 9,65 Mrd. Euro 9,88 Mrd. Euro -2
    Konzernüberschuss 8,65 Mrd. Euro 1,62 Mrd. Euro +433
    Ergebnis je Aktie 4,41 Euro 0,69 Euro +539
    Dividende 1,50 Euro 1,50 Euro
    Mitarbeiter 88.227 93.538 -6
     
  2. RWE
    Die RWE AG mit Hauptsitz in Essen ist einer der größten Energieversorgungskonzerne Europas und gemessen am Umsatz der zweitgrößte Deutschlands. 1898 wurde die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG (RWE) durch die Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer < Co und die Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen gegründet, um die Stadt Essen mit Elektrizität zu versorgen. Die Aktien der RWE AG sind zu 16,752 % im Besitz kommunaler Anteilseigner. Weitere große Anteilsinhaber sind die RW Energie-Beteiligungsgesellschaft mbH < Co. KG in Dortmund, die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München, die Capital Research < Management Company Los Angeles, Allianz Deutschland AG, Allianz Versicherungs-AG, UBS AG Zürich, RAG Aktiengesellschaft.

    Die Eigenkapitalrendite beträgt vor Steuern 41%, nach Steuern 27%. Die Umsatzrendite beträgt vor Steuern 12%.


    Kennzahlen 2009
    Eigenkapital 13,72 Mrd. €
    Umsatzerlöse 47,74 Mrd. €
    Betriebliches Ergebnis 7,09 Mrd. €
    Ergebnis vor Steuern 5,6 Mrd. €
    Nettoergebnis 3,57 Mrd. Euro
    nachhaltiges Nettoergebnis 3,57 Mrd. €
    Mittelzufluß aus lfd. Geschäftstätigkeit 5,3 Mrd. €
    Dividende 1,50 Euro
    Mitarbeiter

    70.726

  3. EnBW
    Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist ein börsennotiertes Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Karlsruhe. Das Unternehmen ist nach E.ON und RWE das drittgrößte Energieunternehmen in Deutschland. Die EnBW entstand im Januar 1997 durch Fusion der beiden baden-württembergischen Energieversorgungsunternehmen Badenwerk AG und Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS). Im Oktober 2003 erfolgte der Zusammenschluss der EnBW mit der Neckarwerke Stuttgart AG. Im Dezember 2005 übernahm EnBW durch eine Übernahme von weiteren 25,05 Prozent für einen Kaufpreis von 361 Millionen Euro mit 54,95 Prozent die Mehrheit an den Stadtwerken Düsseldorf. Im Juli 2009 beteiligte sich EnBW mit 26 Prozent am Oldenburger Energiekonzern EWE AG. Zu den Tochtergesellschaften gehören unter Anderen die Gasversorgung Süddeutschland GmbH und Yello Strom GmbH
    Kennzahl 2009 2008 +/- in %
    Stromabsatz 119,7 Mrd. kWh 130,5 Mrd. kWh -8,3
    Gasabsatz 65,8 Mrd. kWh 69,8 Mrd. kWh -5,7
    Umsatz 15,6 Mrd. Euro 16,3 Mrd. Euro -4,5
    EBITDA 2,6 Mrd. Euro 2,6 Mrd. Euro -
    EBIT 1,8 Mrd. Euro 1,8 Mrd. Euro -
    Konzernüberschuss 0,9 Mrd. Euro 1,1 Mrd. Euro -20
    Ergebnis je Aktie 3,6 Euro 4,5 Euro -20
    Mitarbeiter 20.914 20.357 +2,7
  4. Vattenfall Europe
    Vattenfall AB ist ein schwedisches Energieunternehmen und einer der führenden – nach eigenen Angaben der fünftgrößte – Stromerzeuger in Europa. In Deutschland ist Vattenfall über seine Tochtergesellschaft Vattenfall Europe aktiv und (nach E.ON, RWE und EnBW) der viertgrößte Elektrizitätsversorger. Die Wurzeln von Vattenfall reichen bis ins Jahr 1899 zurück. In Schweden nutzt Vattenfall AB je zur Hälfte Kernenergie und Wasserkraft zur Stromerzeugung. Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace vom Dezember 2008 ist Vattenfall der klimaschädlichste Stromerzeuger Deutschlands 91,9 % seiner Stromproduktion in Deutschland stammt aus fossilen Quellen, 3,4 % aus Atomenergie.
    Kennzahlen 2009
    Nettoumsatzerlöse 13,697 Mrd. €
    Jahresgewinn 2,624 Mrd. €
    Stromkunden 5 Mio.
    Stromerzeugung 169,1 TWh pro Jahr
    Wärmeerzeugung 34,1 TWh pro Jahr
    Beschäftigte 32.231
  5. EWE AG
    Die EWE AG (ehemals Energieversorgung Weser-Ems AG) ist ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Strom, Erdgas, Telekommunikation, Informationstechnologie und Umwelt. Derzeit gilt die EWE Aktiengesellschaft als fünftgrößtes Energieversorgungsunternehmen in Deutschland. Die EWE ist in der Ems-Weser-Elbe-Region, in Brandenburg, auf der Ostseeinsel Rügen und in Westpolen tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Oldenburg. Im Juni 2009 erwarb EWE die swb AG zu 100 %. Zum 31. Dezember 2007 wurden die Anteile an der EWE zu 81 % von der Weser-Ems Energiebeteiligungen GmbH, Oldenburg und zu 19 % von der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH, Oldenburg gehalten; beide Gesellschaften werden letztlich von öffentlich-rechtlichen Körperschaften des Versorgungsgebietes der EWE kontrolliert. Am 11. Juli 2008 gab der baden-württembergische Energieversorger EnBW bekannt, sich – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes – mit 26 Prozent an der EWE beteiligen zu wollen. Das Tochterunternehmen EWE NaturWatt GmbH handelt seit 1998 ausschließlich mit Strom aus erneuerbarer Energie. Der Umsatz des Konzerns lag im Geschäftsjahr 2009 bei 5,798 Milliarden Euro. Im 1. Halbjahr 2010 hatte der Konzern im Durchschnitt 8.363 Mitarbeiter.

Die marktbeherrschenden Stromkonzerne und Kraftwerksbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW verfügen über einen Anteil von circa 80 Prozent an der Stromerzeugung. Die Menge der gesamten Bruttostromerzeugung (einschl. Einspeisungen) beträgt 635,8 TWh.

Am Stromverkauf haben die vier großen Stromanbieter einen Anteil von circa 50 Prozent. Die restlichen 50 Prozent verteilen sich auf alle anderen am Stromverkauf beteiligten Marktteilnehmer (Stadtwerke, neue Anbieter und andere Energiedienstleister).


Die Übertragungsnetze in Deutschland sind in vier Regelzonen unterteilt. Übertragungsnetzbetreiber sind die Stromkonzerne E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall.

In Deutschland sind die Höchstspannungsleitungen der Spannungsebenen 220 kV und 380 kV im Wesentlichen Eigentum von vier Übertragungsnetzbetreibern:

deutscher Übertragungsnetzbetreiber








Bildquelle: Wikipedia